Dosiermittel zur Sauerstoffbindung oder zum Korrosionsschutz werden am Markt häufig in unterschiedlichen Konzentrationen angeboten. Für Anwender entsteht dabei schnell ein folgenreicher Irrtum: Die Kaufentscheidung orientiert sich an der Behältergröße oder am Preis pro Kanister, nicht jedoch an der tatsächlich enthaltenen Wirkstoffmenge. Aus verfahrenstechnischer Sicht ist jedoch genau diese Konzentration der entscheidende Faktor.
Ein niedrig konzentriertes Produkt erfordert höhere Dosiermengen, um die gleiche chemische Wirkung zu erzielen wie ein hochkonzentriertes Dosiermittel. Wird dieser Unterschied nicht berücksichtigt, werden Dosierstationen häufig falsch eingestellt. Die Folge sind Unterdosierungen, die keinen ausreichenden Sauerstoffabbau oder Korrosionsschutz gewährleisten – oder Überdosierungen, die unnötige Kosten verursachen und im Extremfall die Wasserchemie negativ beeinflussen.
Besonders in der Wasseraufbereitung, wo Prozesse exakt aufeinander abgestimmt sind, ist die korrekte Auslegung der Dosierung essenziell. Entscheidend ist daher nicht, wie viel Liter sich im Gebinde befinden, sondern wie viel aktiver Wirkstoff pro Liter enthalten ist. Erst diese Kenngröße erlaubt eine sachgerechte Berechnung der Dosiermenge und einen stabilen, reproduzierbaren Anlagenbetrieb.
Die wirtschaftlich und technisch richtige Entscheidung lautet daher: Nicht der Preis pro Kanister zählt, sondern der Preis pro wirksamer Einheit. Wer Dosiermittel nach Konzentration auswählt und die Dosiertechnik entsprechend einstellt, stellt einen effizienten Korrosionsschutz und eine nachhaltige Prozesssicherheit sicher.